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31. Sonntag im Jahreskreis A - 5. November 2023

Mit den Pharisäern und Schriftgelehrten geht der Herr heute ins Gericht. Mit den Einflussreichen seiner Zeit, die dem Volk etwas zu sagen haben von Gott und seinem Gesetz. Die die Hl. Schrift auslegen und dafür zu sorgen haben, dass die Hl. Opfer nach Gottes Willen und den mosaischen Vorschriften entsprechend gefeiert werden. Doch ihr Leben? Ihre persönliche Haltung? Daran hat der Herr vieles auszusetzen. Und Gott spricht durch den Propheten Maleachi ebenso richtende Worte gegen die Priester aus der Zeit dieses Propheten, also des 5. vorchristlichen Jahrhunderts. 

Lesen wir die Texte des heutigen Tages nur als geschichtlichen Aufweis der Kritik an den Religionsvertretern ferner Tage?

Oder sollen und müssen wir heute eine klare Gewissenserforschung durchführen. Als Bischöfe und Priester - aber auch als „einfacher Christ“, denn im gemeinsamen Priestertum aller Getauften gilt der Anspruch, den Christus heute stellt, uns allen, egal in welchem kirchlichen Stand wir stehen, ob Priester oder Ordensmann und -frau, ob Laie, allein oder im Familienverband. 

Wie gehen wir mit der Würde um, die uns Christus geschenkt hat? Und mit den großen Geschenken, die mit dieser Würde verbunden sind? Mit der Einheit der Kirche? 

Von aussen gesehen erscheint die Christenheit als zerstrittener Haufen, verschiedenste Kirchen, Gemeinschaften und christliche Denominationen, mit mehr oder weniger Sakramenten, mit dem Bekenntnis zum Papst als Stellvertreter Christi oder dessen Gegenerschaft.

Und in unserer katholischen Kirche selbst, von der wir als „einer, heiliger, katholischer, apostolischer“ sprechen im Glaubensbekenntnis? Da finden wir Begehren und Initiativen, Meinungsumfragen unter Priestern und Laien, anstatt klar und deutlich zu sagen, was diese Einheit der Kirche bedeutet. Deswegen ist unserem heiligen Vater Papst Franziskus der »gemeinsame Weg«, griechisch »syn hodos« so wichtig. Deshalb gibt es die Synode, in Rom und nun in den einzelnen Bischofskonferenzen, bis es wieder zu einem gemeinsamen Treffen im kommenden Jahr in der Heiligen Stadt kommt. 

Dem Auftrag unseres Herrn von heute folgend, dürfen wir lernen, einfach wieder „gesund katholisch“ zu sein. Einfach gesund katholisch zu sein, bedeutet, sich liebevoll dieser Kirche zuzuwenden. Sich zu bemühen, auf den Papst zu hören und das Lehramt der Kirche ernst zu nehmen. In religiösen Fragen sich nicht seine eigenen Weisheiten zusammenzuschustern oder sich auf seine nur den eigenen Lebensbereich betreffende Erfahrung zu verlassen, sondern einmal wieder in den Katechismus zu schauen. 

Und die Gemeinschaft zu stärken. Im sonntäglichen Gottesdienst wie in den vielen Aufgaben einer Pfarrgemeinde in der Welt von heute. 

»Der Größte unter euch soll euer Diener sein«. Dies ist wohl der Schlüsselsatz dieses heutigen Evangeliums. Wenn wir – egal in welchem kirchlichen Stand – unseren Mitmenschen auf Augenhöhe zu begegnen versuchen, den anderen als gleichberechtigten Partner und nicht nur als Trittbrett für die eigene Karriere oder als Mittel zum Zweck, die eigene Meinung durchzusetzen, ansehen, dann haben wir diesen Auftrag des Herrn erfüllt. 

Und heute ist ein guter Tag, hier einen neuen Schritt zu wagen!

Amen.