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Fest der Heiligen Familie – 28. Dezember 2025

Liebe Schwestern und Brüder in Christus,

Stell dir vor, du wachst nachts auf, weil ein Engel dich ruft: „Steh auf, nimm das Kind und seine Mutter und flieh!“

So ergeht es Josef in der Weihnachtsgeschichte, die wir heute im Evangelium hören. Inmitten der Freude über das Jesuskind lauert Gefahr – Herodes’ Mordlust. Doch die Heilige Familie flieht nicht allein: Gott schützt sie durch Josefs Gehorsam, Marias Vertrauen und ihre unerschütterliche Einheit. Heute, am Fest der Heiligen Familie, laden uns diese Lesungen ein, in unser eigenes Familienleben zu blicken. Die Heilige Familie ist kein ferner Mythos, sondern unser Modell: Ein Ort des Respekts, der Liebe und des Schutzes, wo Gott wohnt und segnet. Wir hören vom Buch Jesus Sirach, vom Psalm, vom Kolosserbrief und vom Matthäusevangelium – alle weben ein Gewebe aus Gehorsam, Tugend und göttlicher Fürsorge.

Jesus Sirach malt ein lebendiges Bild familiären Lebens: „Wer den Vater ehrt, sühnt Sünden; und wer seine Mutter ehrt, sammelt Schätze.“ Diese Worte sind kein altertümlicher Moralismus, sondern tiefe Weisheit aus dem Alten Testament. Der Weise Jesus Sirach, ein Lehrer aus Jerusalem im 2. Jahrhundert vor Christus, verbindet Familienpflichten mit Gottes Segen. Respekt und Ehrfurcht gegenüber Eltern ist wie ein Schatz, der sich mehrt: Sie bringen Freude an den eigenen Kindern, erhörtes Gebet, langes Leben und Vergebung von Sünden. „Kind, nimm dich deines Vaters im Alter an und kränke ihn nicht, solange er lebt!“ – selbst wenn der Verstand nachlässt, ruft der Sirach zur Nachsicht auf. Diese Liebestat wird nicht vergessen; sie baut auf, wo Sünde zerstört.

Denkt an die Heilige Familie: Jesus, der Sohn, ehrt Maria und Josef durch sein Gehorsam – später finden wir ihn im Tempel, doch er kehrt gehorsam zurück. Maria und Josef ehren einander und Gott durch ihren Dienst. Jesus Sirach zeigt: Familie ist kein Zufall, sondern Ort der Sühne und des Segens. Wo Kinder Eltern ehren, fließt Gottes Gnade wie ein Strom – und umgekehrt: Wer Eltern verachtet, lädt Fluch auf sich. Papst Johannes Paul II. erinnerte daran in Nicaragua: Diese Worte mahnen zur Grundregel des Dankens für das Leben.

Der Psalm malt das Ideal der gottesfürchtigen Familie: „Selig jeder, der den Herrn fürchtet, der auf seinen Wegen geht!“ Der Mann genießt die Frucht seiner Hände, seine Frau ist wie ein fruchtbarer Weinstock, die Kinder wie Olivenzweige um den Tisch. Vom Zion her segnet der Herr – ein Bild von Fülle und Frieden. Diese Seligpreisung verbindet sich nahtlos mit Paulus im Kolosserbrief: „Bekleidet euch, als Erwählte Gottes, Heilige und Geliebte, mit innigem Erbarmen, Güte, Demut, Milde, Geduld!“ Liebe ist das Band der Vollkommenheit, das alles zusammenhält. Friede Christi triumphiert, das Wort Christi wohnt reich unter uns – durch Psalmen, Hymnen und Dankbarkeit.

Paulus spricht direkt zu den Familienmitgliedern: Frauen ordnen sich unter im Herrn, Männer lieben ohne Bitterkeit, Kinder gehorchen, Väter schrecken nicht ein. Gott kennt und liebt uns zuerst – daraus fließt diese Ethik. In der Heiligen Familie sehen wir das lebendig: Josefs Liebe schützt Maria und Jesus, Marias Demut lässt Gottes Plan geschehen, Jesus’ Gehorsam erfüllt die Propheten. Der Psalm und Paulus weben zusammen: Gottesfurcht schafft fruchtbare Häuser, Liebe macht sie vollkommen.

Das Evangelium führt uns durch Bethlehems Nacht: Engel warnen Josef – zweimal! „Nimm das Kind und seine Mutter!“ Er steht auf, flieht nach Ägypten, kehrt zurück, meidet Judäa aus Furcht vor Archelaus und siedelt in Nazareth. Matthäus betont: Das erfüllt die Propheten – „Aus Ägypten habe ich meinen Sohn gerufen“, „Er wird Nazoräer genannt.“ Jesus ist der neue Israel, dessen Familie unter Gottes Schutz steht. Josefs Traumgehorsam rettet sie – kein Zögern, nur Handeln in der Nacht. Diese Familie ist mobil, verletzlich, doch unzerbrechlich durch Gebet und Vertrauen.

Wir finden zahlreiche Parallelen zu unserem Leben:  Die Heilige Familie flieht vor Herodes – wir vor den „Herodes“ unserer Zeit: Scheidung, Sucht, Stress, Krieg, Armut. In Ägypten, fern der Heimat, lernen sie Geduld; in Nazareth Alltag. So ist Familie: Nicht immer harmonisch, aber immer geheiligt durch Christus.

Sirach lehrt Ehrfurcht als Schatz, Psalm und Kolosser Segen durch Liebe, Evangelium Schutz durch Gehorsam. Die Heilige Familie zeigt: In Einheit mit Gott widersteht jede Herodes. Geht hinaus, macht eure Familien heilig!

Amen.