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4. Sonntag im Jahreskreis A – 1. Februar 2026

Ein Blick in unsere Welt lässt uns manchmal verzweifeln. Wir spüren die Ungerechtigkeiten im Kleinen wie im Großen. Versprechen der Regierung in Richtung weniger Belastung der Durchschnittsbevölkerung, die im Letzten gerade den Betrag für zwei Äpfel pro Monat ausmachen. Mächtige, die mit ihrer Macht prahlen, Truppenaufmärsche, Flottenbewegungen, Einflussnahme durch Geld und politische Macht.
Und inmitten dieses Chaos flüstert uns eine Stimme zu: „Sucht den Herrn, all ihr Gedemütigten im Land, die ihr nach dem Recht des Herrn lebt!"

Heute laden uns die Worte des Propheten Zefanja und die Seligpreisungen Jesu ein, genau diesen Weg zu gehen. Die wahre Seligkeit liegt nicht in Reichtum oder Macht, sondern in der Demut der Armen vor Gott, die als heiliger Rest bewahrt werden. In einer Zeit, die uns mit Erfolgszwang und Selbstverwirklichung überhäuft, ruft Jesus uns auf den Berg: Seid selig durch Armut im Geist, Sanftmut und Barmherzigkeit! Die Worte des Zefanjy und die Bergpredigt wollen uns auch für unsere heutige Zeit zeigen, wie wir „das Himmelreich erben“ können.

Zefanja malt ein Bild vom Gerichtstag des Herrn: Die stolzen Nationen werden hinweggefegt, doch die Gedemütigten im Land sollen den Herrn suchen. Hier spricht Gott nicht zu den Mächtigen, sondern zu den „Anawim“, den Armen und Demütigen, die treu seinen Geboten folgen. Er verspricht: „Ich lasse in deiner Mitte übrig ein demütiges und armes Volk. Sie werden Zuflucht suchen beim Namen des Herrn ... Sie werden kein Unrecht mehr tun und nicht mehr lügen ... Ja, sie gehen friedlich auf die Weide und niemand schreckt sie auf, wenn sie ruhen“.

Dieser heilige Rest Israels ist kein Zufall, sondern die Frucht eines Lebens in Gerechtigkeit und Demut. Bei der Berufungsgeschichte des Jesaja im 6. Kapitel des gleichnamigen Buches hören wir auch, wie der „Stumpf“, der am Ende aller Vernichtung übrigbleibt, „Zera Kodes“ ist, „Heiliger Same“.

:Zefanja prophezeit eine Reinigung: Gott entfernt die Hochmütigen, die „Hoffärtigen“, und lässt die Armen übrig, die in Frieden weiden wie Schafe auf grüner Au. Nun steigt Jesus auf den Berg – wie Mose auf Sinai – und setzt sich, um seine Jünger zu lehren. „Selig, die arm sind vor Gott; denn ihnen gehört das Himmelreich“ – so beginnt er die Seligpreisungen. Diese Worte sind keine frommen Wünsche, sondern die Erfüllung von Zefanjas Vision. Jesus wendet sich an die Menge, die ihm folgt: Arme Fischer, Trauernde, Unterdrückte. 

Die Seligpreisungen beschreiben genau diesen demütigen Rest: die Armen im Geist, die Trauernden, Sanftmütigen, die Hungrigen nach Gerechtigkeit, die Barmherzigen, die Reinen im Herzen, die Friedensstifter und die Verfolgten um der Gerechtigkeit willen. 

Jesus verkörpert selbst diese Seligpreisungen. Er, der arm geboren wurde, sanftmütig litt, um der Gerechtigkeit verfolgt und gekreuzigt wurde. „Selig seid ihr, wenn man euch schmäht und verfolgt und alles Böse über euch redet um meinetwillen. Freut euch und jubelt: Denn euer Lohn wird groß sein im Himmel“. Wie die Propheten vor ihm – und Zefanja als einer – leidet er, doch sein Leiden öffnet die Pforten des Himmels. Die Struktur des Matthäus-Evangeliums unterstreicht dies: Die Seligpreisungen leiten die Bergpredigt ein, gefolgt von fünf großen Reden, die Jesu Leben und Lehre verbinden. Hier verbindet sich Altes und Neues Testament: Zefanjas Aufruf zur Demut wird in Christus Fleisch.

Denken wir an die heilige Mutter Teresa von Kalkutta.  Sie, die den „Reichtum der Welt“ verließ, um den Ärmsten in Kalkutta zu dienen. „Armut im Geist“ lebte sie, indem sie alles aufgab und Gott allein suchte. Als die Welt sie verspottete – „Warum pflegst du Sterbende?“ –, jubelte sie: „Das ist mein Himmelreich!“ Ähnlich wie Zefanjas demütiger Rest weidete sie in Frieden inmitten des Chaos.

Papst Johannes Paul II. erinnerte uns: Die Anawim sind nicht nur Sozialhilfeempfänger, sondern eine spirituelle Wahl. In seiner Predigt in Bydgoszcz im Juni 1999 betonte er: Christus selbst ist der Verfolgte um der Gerechtigkeit willen, und wir teilen sein Los. Thomas von Aquin sah in den Seligpreisungen die wahre Glückseligkeit: Nicht Reichtum, nicht Willkür, sondern Gott. Diese Geschichten zeigen: Die Seligpreisungen sind machbar – sie formen Helden im Alltag.

Zugegeben: In unserer Welt, wo Social Media mit Erfolgen prahlt und Konsum uns hetzt, klingen die Seligpreisungen wie Wahnsinn. Selig die Armen? Doch Jesus kehrt alles um: Armut im Geist bedeutet, nicht auf sich selbst zu bauen, sondern auf Gott – frei von Gier, abhängig von seiner Gnade. Trauernde? In einer Zeit von Burnout und Einsamkeit trösten wir uns gegenseitig, indem wir weinen mit den Weinenden.

Sanftmütig sein heißt nicht schwach: Es ist Stärke, die das Land erbt – denkt an die Sanftmut Christi vor Pilatus. Hunger nach Gerechtigkeit: In Politik und Wirtschaft schreien wir nach Fairness, doch fangen wir bei uns an. Barmherzigkeit üben wir im Verkehr, am Arbeitsplatz, in der Familie. Reinheit im Herzen: In einer übersexualisierten Welt Gott schauen durch Gebet und Buße. Friedensstifter: Konflikte lösen, statt zu eskalieren. Und Verfolgung um Gerechtigkeit: Wer für Leben, Familie oder Glauben eintritt, erlebt Schmähung – doch jubelt! „Freut euch und jubelt!“

Zefanjas Rest lebt unter uns: Die stillen Helfer in den sozialen Einrichtungen. die Menschen, die mit dem Vinzibus in den kalten Großstädten die Obdachlosen vor dem Erfrieren retten, die betenden Mütter, die ehrlichen Arbeiter. Wir sind dieser Rest, wenn wir danach trachten, Gerechtigkeit im Beruf zu leben, Demut im Scheitern zu üben, Zuflucht beim Namen des Herrn zu suchen. .

Nehmen wir die Seligpreisungen neu zum Gradmesser unseres Lebens. Nicht alle auf einmal. Gehen wir den Weg der kleinen Schritte. Ich lade Sie ein, in den kommenden Tagen täglich eine der Seligpreisungen am Morgen zu lesen und deren Aussage im Lauf des Tages umzusetzen. 

Dann wird unsere Welt ein Stück heller, ein wenig gerechter und unserer Umgang mit unseren Mitmenschen wertschätzend, liebevoll und barmherzig. 

Amen.