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7. Sonntag der Osterzeit, 17. Mai 2026

Nach Christi Himmelfahrt leben wir in der Zeit der Kirche. In den Abschiedsreden und im sogenannten hohepriesterlichen Gebet legt Jesus sein Herz offen: Er will unsere Herzen berühren, damit wir in seinem Geist christlich leben.

Jesus schaut in seinem Gebet zurück und sieht sein Leben im Licht des Vaters. In einem Satz fasst er alles zusammen: „Ich habe ihnen deinen Namen kundgetan.“ Wenn Jesus den Namen Gottes offenbart, lässt er einen Blick ins innerste Wesen Gottes zu. So wie Mose aus dem brennenden Dornbusch den Namen hörte, der zugleich Gottes Wesen sagt: „Ich bin der Ich-bin-da.“

Dieser Name – das Wesen Gottes – wird in Jesus Christus sichtbar. Was Jesus sagt und tut, zeigt, wer Gott ist: in der Bergpredigt, in den Seligpreisungen, in den Gleichnissen, in seinen Wundern, in seiner Nähe zu Menschen, die am Rand stehen – bei Zöllnern und Sündern, bei Kindern und Frauen. Und doch gilt: Nicht nur sein Leben, auch sein Sterben zeigt Gottes Liebe „bis zum Äußersten“. Das Kreuz ist nicht das letzte Wort – für Jesus ist die Auferstehung das, worin Gottes Wahrheit im Dunkel aufleuchtet.

Darum lohnt sich die Frage: Wie hat sich mein Gottesbild im Laufe der Jahre verändert? Welches Bild von Gott prägt mich heute – und bin ich bereit, darin tiefer zu werden? Trage ich den Namen Gottes auch weiter an die jüngere Generation?

Im Gebet Jesu weitet sich der Blick: Er bittet nicht nur für „damals“, sondern auch für die, die zu ihm gehören: „Bewahre sie in deinem Namen … Damit sie eins sind wie wir.“ Jesus hält nichts zurück. Er bleibt in enger Verbundenheit mit dem Vater, und aus dieser Einheit dürfen die Seinen Gottes Glanz empfangen.

Das gibt Trost: Wir haben unseren Platz im Herzen Gottes – in guten Tagen und in schweren. Und gerade da, wo unsere Möglichkeiten enden, fängt Gottes Weg oft erst an – , auch wenn Geduld nötig ist. Selbst Menschen, die uns besonders am Herzen liegen – z. B. Kinder und Eltern in Sorge – sind nicht abgeschrieben.

Und noch etwas: Jesu Gebet weitet den Blick über diese Welt hinaus. „Die Gemeinschaft der Heiligen“ – so beschreibt es Hermann Hesse – führt uns in einen goldenen Himmel, in die Heimat unseres Herzens.

Schauen wir heute im Glauben einmal auf unseren eigenen Weg: Wo habe ich Gott neu kennengelernt? Wo benötige ich Zuversicht? Und wir beten mit Jesus: Gott möge unsere Gedanken öffnen, unseren Glauben vertiefen und uns in seiner Liebe bewahren.

Amen.