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17. Sonntag im Jahreskreis A – 26. 7. 2026

Was ist uns wirklich wichtig? Wofür ist es wert, ein Gebet zu sprechen?

"Betens, Herr Pfarrer, dass morgen schönes Wetter ist!", habe ich schon öfter auf Ausflügen oder Urlaubsreisen gehört. Geht es uns wirklich um nichts anderes? Kramen wir doch ein wenig in unserer Erinnerung: Worum beten wir: vielleicht um den Lottogewinn am Mittwoch oder Sonntag? Um die Euromillionen am Freitag?

Die nächste Stufe ist sicher das Gebet für andere Menschen. Da haben wir natürlich mehr Verständnis dafür. Die Eltern beten für die Kinder, dass sie sich gut in der immer brutaler werdenden Arbeitswelt zurechtfinden. Die Arbeiter und Angestellten beten darum, dass sie gut und gesund die Pension erreichen, und und und....

Wer betet eigentlich, dass er gut und gerecht vor Gott bestehen kann? Hand aufs Herz:  haben sie heute schon daran gedacht? - Ich auch nicht. 

Salomo erinnert uns wieder daran. In der nächtlichen Vision wird Salomo von Gott aufgefordert, eine Bitte auszusprechen. Und da ist es nicht der Reichtum oder das lange Leben, nicht irgendwelche irdischen Güter, nicht einmal andere Menschen, denen diese Bitte des Salomo gewidmet ist. »Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz, damit er dein Volk zu regieren und das Gute vom Bösen zu unterscheiden versteht!«

Verleih deinem Knecht ein hörendes Herz! Das sollte auch unsere »Grundbitte« sein, diese Sehnsucht nach einem offenen und hörenden Herzen, das bereit ist, Gottes Wort auch wirklich anzunehmen, nicht nur an der Oberfläche, sondern in seiner ganzen Tiefe und Tragweite.

Dieselbe Überzeugung des Glaubens wie Salomo können wir auch von Paulus hören. Er bezeugt der Gemeidne von Rom, dass Gott bei denen, die ihn lieben, alles zu Besten führt. Haben wir diese Glaubensüberzeugung? Oder vertrauen wir auf anderes? Brauchen wir Gott nur für das Wetter und die Lottozahlen, im besten Falle noch dafür, dass der Sohn oder Enkel eine gute Arbeitsstelle findet?

Gott hat uns, so sagt Paulus, nach einem ewigen Plan berufen. Diese Berufung ist, dass wir an Wesen und Gestalt seines Sohnes teilhaben. Es ist die Berufung, die uns durch die Taufe geschenkt worden ist, die wir in der Firmung durch die Kraft des Heiligen Geistes erneuert bekommen und die wir in den vielen Heiligen Messen, in der Stärkung durch die Eucharistie und durch Gottes Wort immer wieder neu nähren sollen. 

Jesus umschreibt in seinen Vergleichen diese Grundhaltung, die er von uns einfordert, mit »Himmelreich«, denn in uns Menschen und mit uns will er sein Reich errichten. Wie ein Schatz im Acker ist dieses Reich – ist unsere Existenz –, die auf Ewigkeit ausgelegt ist. Verborgen, oftmals nicht sichtbar, daher oft auch in Vergessenheit, weil uns das Tagesgeschäft all die Gedanken an diese Zukunft zudeckt. Und doch ist es da und es sollte uns so wertvoll sein wie dem Mann, der diesen Schatz im Acker entdeckt, und der alles verkauft, um den Acker erwerben zu können. 

So manches müssen wir ablegen in unserem Leben, so manches aufgeben und hergeben, um gleichsam genügend Kapital zu haben, um das richtige Land kaufen zu können. Ein Land, das uns Jesus selbst anbietet, immer wieder, weil er will, dass wir diesen Schatz heben, den er seit der Taufe in uns grundgelegt hat. 

Bitten wir ihn heute neu - und nehmen wir diese Bitte als Leitmotiv über unser Leben, dass wir ein "hörendes Herz" für seine Weisung haben, ein offenes Ohr für seine Botschaft und die Bereitschaft, uns nicht durch die Sorgen des Alltags, durch die Pflichten unserer Zeit davon abhalten zu lassen, den wahren Schatz zu finden, ihn selbst, Christus, unseren Herrn. 

Amen.